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Inanspruchnahme von Anwaltsdiensten

*Wann? *Wo? *Wie?

Kann der Kostenaufwand kontrolliert werden?

1. Wann sollte man einen Anwalt aufsuchen?
* Es ist billiger vorzubeugen, als zu reparieren.
* Es ist leichter, ein Abkommen aufzusetzen bevor Streit ausbricht.
* Lieber ein Anwalt vorher als zehn hinterher.

 

2. Wohin sollte man nicht gehen?
Manche Anwälte sollte man meiden wie die Pest.
Die, die sagen: “Der Kunde hat immer Recht”.
Sie wecken falsche Hoffnungen und ziehen einen in kostspielige Verfahren, an denen nur die Anwälte verdienen können.

 

Guter Rat ist teuer.
Schlechter Rat ist noch viel teurer.

 

3. Wohin sollte man gehen?
Stellen Sie vier Forderungen:

 

A: Kompetenz
Der Anwalt muss sich in dem Gebiet auskennen, das für Sie wichtig ist.

 

B: Ethische Grundhaltung
Der Anwalt muss eine rechtschaffene und zuverlässige Person sein.

 

C: Kapazität
Der Anwalt muss Zeit haben, Ihren Auftrag innerhalb angemessener Zeit auszuführen.

 

D: Offenheit
was die Kosten und den Verbrauch von Ressourcen angeht.

 

Zögern Sie nicht zu fragen. Fragen Sie den Anwalt. Fragen Sie seine Mandanten. Stellen Sie Ansprüche. Seien Sie wählerisch.

4. Wird das teuer?
Die Stundenpreise sind sehr unterschiedlich. Die staatliche Prozesskostenhilfe beträgt ca. 800 NOK pro Stunde. Es gibt nur wenige, deren Stundenlohn darunter liegt. Wenn Sie die Spitzenqualität und den Spitzenservice eines erfahrenen Anwalts haben wollen, so müssen Sie mit Stundensätzen zwischen 1.500 und 2.000 kr rechnen.

Wir arbeiten ständig daran, unsere Kosten niedrig zu halten. Unser grösstes Problem dabei ist das unsichere Ergebnis vieler Dinge, die wir tun. Juristische Prozesse folgen keinen Naturgesetzen.Wir arbeiten nicht mit leblosen Dingen, sondern mit Menschen. Menschen, die schwierige Entscheidungen zu treffen haben, oftmals unter Stress. Deshalb ist es selten leicht zu sagen, wieviel Arbeit und Mühe in eine Sache zu investieren sind, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Das gilt besonders, wenn die Gegenepartei (oder der Anwalt der Gegenpartei) (oder sogar der eigene Mandant) Konfliktmaximierung im grossen Stil betreibt.

Die Arbeit der Anwälte ist wie andere Arbeit. Qualität ist nicht schwer zu erreichen, wenn man sein Fach beherrscht. Aber das braucht Zeit. Topqualität kann viel Zeit brauchen. Wir sprechen gern mit unseren Kunden über die Balance zwischen dem Qualitätsanspruch und dem Anspruch, Geld zu sparen. Wenn das Verhältnis zum Kunden funktionieren soll, so muss eine Offenheit und Einigkeit über den Verbrauch der Ressourcen bestehen.

5. Rechtsbeistand “gratis”
Die allermeisten Haus- und Hausratsversicherungen haben Bestimmungen, die in gewissen Fällen einen Anspruch auf Rechtshilfe geben. Normalerweise muss dabei ein gewisser Zusammenhang zwischen der versicherten Sache (z.B. dem Haus) und der Streitsache bestehen, die von der Versicherung gedeckt werden soll. Lesen Sie die Bedingungen: die Möglichkeiten können weitergehender sein, als Sie denken. Der Eigenanteil liegt gewöhnlich um 2.000 kr plus 20 % des Überschusses.

Auch die Behörden bieten “kostenfreie Rechtshilfe” für Personen mit sehr schwachen ökonomischen Verhältnissen an. Diese Regeln gelten nur in bestimmten Fällen. Als Stichworte sind Sozialhilfe/Versicherung, Rente, Familienstreitigkeiten, Schadensersatz bei Personenschäden, Hausmiete und Arbeitsrechtsfälle zu nennen.

Rechtsschutzversicherungen können auch auch ein Fluch sein. Weder der Staat noch die Versicherungsgesellschaft führen eine effektive Qualitätskontrolle unserer Arbeit durch. Das Resultat können aufgeblasene Prozesse sein, oftmals um Bagatellen. Wenn die Gegenpartei rechtsschutzversichert ist, hört man die meisten Klagen über Querulanten und ihre prozessführenden Anwälte. Diese Klagen sind gewöhnlich berechtigt.

Weder die Prozesskostenhilfe noch Rechtsschutzversicherungen decken die Kosten der Gegenpartei, die einem auferlegt werden können.

6. Zusammenfassung

*Es ist lohnenswerter, Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, als sie zu gewinnen.

*Grundvoraussetzung für einen Erfolg ist, dass der Anwalt das jeweilige Fachgebiet beherrscht.

*Seien Sie skeptisch (nahezu paranoid) gegenüber Anwälten, die nach dem Prinzip “Der Kunde hat immer Recht” leben. Der unkritische “Ja-Sager”- Anwalt steht im Verdacht, eher darauf bedacht zu sein, den eigenen Gewinn zu maximieren, als den grösstmöglichen Nutzen für den Mandanten aus seiner Arbeit zu ziehen.

*Fordern Sie während des gesamten Verfahrens absolute Offenheit des Anwalts bezüglich seines Stundenlohnes und der laufenden Kosten.